Wie lange bist du doch in deiner Lebens-Zeit
Mit seh’nden Augen blind, und bleibst der Eitelkeit,
Des Uebermuths und der Gewohnheit Knecht?
Es scheint ein Blümchen dir zu schlecht,
Ein Blättgen scheint dir zu geringe,
Ein Knöspchen scheinet dir zu klein,
Kein Gräschen deines Geists und Denckens wehrt zu seyn;
Da doch dem allerkleinsten Dinge,
Wenn man es mit Vernunft erwegt,
Ein kräftiger Beweis vom Schöpfer eingeprägt.
Läßt jegliches Gewächs nun unsre Seelen,
Wenn man nur
So kann es folglich auch nicht fehlen
Jhr muß aus jeglichem, Lust, Lieb’ und Lob entstehn.
Indem ein sich also betragendes Gemüth
Darinnen überall ein Göttlich Licht entdecket,
In allem seine Macht und weise Liebe sieht,
Und seine Freundlichkeit in allem schmecket.