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1680–1747

Unglückselige Gewohnheit.

Barthold Heinrich Brockes

Wer in Arabiens versengten Wüsteneyen, Wo Wolken nichts, als Sand, statt feuchten Regen, Wo das verbrannte Land von Laub und Grafe leer, Gebohren und erzogen wär;

Hätt aber nimmer Gras, nie Laub und Kraut, Nie Blumen, Blüht und Frucht geschaut, Und sehe denn von ungefähr einmal, Zumal zur Abendzeit, im niedern Sonnenstral,

Der Wiesen Glanz, beblümte Felder, Durchstralte Schatten-reiche Wälder, Und ihres Laubs fast güldnes Grün; Würd ihm nicht, ausser sich für Freuden,

Sein Auge von so holdem Schein Und bunter Schönheit abzuziehn, Nicht schwer, ja fast unmöglich seyn? Würd nicht von ihm dieß Theil der Welt,

Das so viel Wunder in sich hält, Für unvergleichlich schön geschätzet werden, Und die Bewohner dieser Erden Von ihm nicht bloß glückselig nur allein,

Fast selig gar geschätzet seyn? Da wir hingegen leider blind, Und fühllos fast für alle Wunder sind.

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