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1680–1747

Uebersetzung.

Barthold Heinrich Brockes

Die Poesie ist eine Kunst, das Wesen der Natur zu schildern, Indem sie unserm Geist die Farben von Körpern, Formen und von Bildern,

Den Körpern die Lebhaftigkeit zusammt dem Feur des Geistes, giebt. Was Wunder, daß die Menschheit stets, ja die Barba- ren, sie geliebt!

Sie weis der zwo beliebtsten Künste, der Tonkunst und der Mahlerey Vortrefflichkeiten zu vereinen. Sie ahmt des Pinsels Zauberschlag

In ihren Bildern, und dabey In ihrem Wohllaut der Musik beliebt- und süßen Tönen nach. Nun ist dem Menschen der Geschmack zur Mahlerey und süßen Chören

Natürlich, und so gut als wie die Kraft zu sehen und zu hören, So daß es fast unmöglich ist, daß uns, mit Ohren und mit Augen, Ein Klang, ein wohlgeformtes Bild, nicht sollte zu ver-

gnügen taugen. Es ist demnach erlaubt zu schließen, Daß unser Geist, vom süßen Eindruck des Hörens und des Sehns gerührt,

Die holde Kunst der Poesie nothwendig hab erfinden müssen, Da man ein’ Art von Mahlerey und von Musik in ihr verspürt, Daher entsteht für alle Menschen ein allgemeiner Reiz.

Ein jeder Liebt Verse, Mahlerey und Lieder.

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