Es ward ein Sultan in Egypten, der immer sein Ge- spött getrieben Mit dem, was Mahomet von sich (er wär einst aus dem Bett genommen,
Und, nach fast hundert tausend Reden mit Gabriel, zurück gekommen, Da er sein Bett noch warm gefunden) in seinen Alcoran geschrieben,
Von einem Heiligen einmahl, nebst seiner Hofstadt, hinge- stellt Bey einem grossen Wasser-Küfen. Mit Bitt’, er mögte sich bemühen,
Sein Haupt in dieses Naß zu tunken, und alsobald her- aus zu ziehen. Er thate kaum, was jener bate, so fand er sich bey einem Zelt,
Am Ufer eines grossen Meeres, an eines steilen Berges Fuß. Nun mogt’ er, wie er wollte, fluchen auf seinen Heiligen, er muß,
Um Kost und Nahrung zu gewinnen, sich ungesäumt sogleich bequehmen, Die Zuflucht zu verschiednen Leuten, die er daselbsten fand, zu nehmen,
Die führen ihn nach einer Stadt, so von dem Ort nicht weit entlegen, Woselbst, nach manchen fremden Fällen, die gar zu lang sind zu erzehlen,
Er sich mit einer reichen Frau beschloß geruhig zu ver- mählen. Er zeugte mit ihr vierzehn Kinder. Zuletzt war ihm das Glück zugegen,
So daß er all sein Gut verlohr, und sich aus Noht ent- schliessen mußte, Ein armer Arbeits-Mann zu werden, weil er sich nicht zu helfen wußte.
Bis er, voll Traurigkeit und Schwermuht, einst an des Meeres Ufer ging, Und seinen unglücksel’gen Stand, und alle fremde Fäll’, erwog,
Auch, voller Reu, nach ihren Sätzen, im Meer sich an zu waschen fing. Kaum aber, daß er, nach dem Bade, sich wieder aus dem Wasser zog;
So fand er sich bey seiner Küfe, beym Lehrer und der Hofstadt, stehn. Er fing, wie leichtlich zu erachten, ob allem, was mit ihm geschehn,
Mit vieler Streng- und Heftigkeit, auf seinen Heil’gen an zu schmählen, Daß er ihn so gequälet hätte, und zwar so eine lange Zeit.
Allein, wie wundert er sich nicht auf aller seiner Leut’ Erzehlen, Daß es nur ein Gesicht gewesen, daß er nicht eines Fusses breit
Von diesem Faß gewichen sey, und daß er anders nichts gethan, Als seinen Kopf ins Wasser senken, und wieder aus dem Wasser ziehn.
Hierauf nun fing sein Heiliger mit seiner Lehre folgends an: „dem Schöpfer wäre nichts unmöglich, und wie für Seine Herrlichkeit
„auch tausend Jahr’ ein Tag nur wären; so fiel es Jhm nicht minder schwehr „zu machen, daß ein einz’ger Tag, ja eines Augenblickes Zeit,
„wenn Ers also verordnete, so lang’ als tausend Jahre wär'.
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