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1680–1747

Trost über mein Unvermögen.

Barthold Heinrich Brockes

In einem Auszug schöner Wälder, Worin so gar die grünen Schatten gläntzten, Den fast nicht abzusehnde Felder, Als wie ein güldnes Meer, begräntzten,

Beschäftigt’ ich mich jüngst, der schönen Bäume Pracht, Zu Ehren dem, der sie gemacht, Mit schönen Worten zu beschreiben. Allein

Trotz aller meiner Müh, Weil die entworffene Copie Dem Urbild überall nicht glich, Must alles unterbleiben.

Doch fiel mir dieß darüber ein: Indem ich von der Bäume Bildern Die Schönheit nicht vermag zu schildern, Nicht würdig sie beschreiben kann:

So bin ich darum nicht betrübet; Dieweil es mir die Nachricht giebet: Mit unserm Witz sey nichts gethan. Mein Unvermögen zeigts zwar an;

Doch dien’ ich auch auf diese Weise, Mit meiner Schwachheit, GOtt zum Preise; Weil es doch immer wahr wird bleiben, Was ich je mehr und mehr vermercke,

Daß unsers grossen Schöpfers Wercke Nach Würden nimmer zu beschreiben.

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Trost über mein Unvermögen. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove