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1680–1747

Tête à tête.

Barthold Heinrich Brockes

Noch ist eine kleine Laube, die wir Weil sich ihrer zween darinn füglich unterhalten können. Diese, worinn keine Sonne, wenn es noch so schwühl ist, dringt,

Ist von sieben jungen Eichen von Natur fast ganz umringt, Die die kleine Rasen-Bank, mit nicht mindrer Anmuht, decken. Schönes Caprifolium scheint auch hier sich zu bemüh’n,

Wenn, auf seinen schlanken Zweigen, die gefärbte Bluhmen blüh'n, Uns, nicht nur im grünen Laub, auch in Bluhmen, zu verstecken,

Da denn, wenn der süsse Duft aus der süssen Blühte quillt, Sich im lieblichen Geruch unsre Nas’ und Herze füllt, So, daß hier, indem es kühl,

Nebst den Gefühl, Sich zu gleicher Zeit vergnüget. Der verliebten Vögel Chöre

Reizen, mit den hellen Stimmen, oft zugleich auch das Gehöre; Ja, hier kann uns auch das Eine süsse Lust erwecken,

Wenn die nah’ gelegne Quell’ uns ihr süsses Wasser schenkt, Und man mit den reinen Tropfen, die so kühl, wenns warm, sich tränkt.

Wenn wir hier, in stiller Ruh’, so verschiedner Lust genies- sen, Sollt’ ein billiges GOtt Lob! sich aus unsrer Brust ergiessen,

Und man sollte GOtt verehren, Der uns hier in diesem Leben, Auf so mannigfache Weise, so verschiedne Lust gegeben.

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