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1680–1747

Spiegel der GOttheit.

Barthold Heinrich Brockes

Sind die erschaffnen Creaturen, wenn man's erweget, anders was, Als ein des Schöpfers wahres Wesen vor Augen stellend Spiegel-Glas?

In welchem, durch die, zu dem Zweck allein, erschaffne Sonnen-Strahlen, Sich seine Weisheit, Lieb’ und Macht uns allen überzeug- lich mahlen,

Und, durch die Sinnen, unsren Seelen empfindlich vor- gestellet werden? Das Wasser, auch die glatten Cörper, worin vom Him- mel und der Erden

Von angestrahlten Bäumen, Blumen, Gebüschen, Wäl- dern, Thal, und Hügel, Die Schönheit sich verdoppelt zeigt, sind von dem Spie- gel Gegen-Spiegel,

Und unser Aug’ ein sinnlicher, lebend’ger Spiegel, der den Geist, Auf eine sonderbahre Weise, durch Cörper etwas Geistigs weis't.

Die Seel’ erblicket von der GOttheit, in der Geschöpfe Wunder Pracht, Ein gleichsam dreyfach-einigs Wesen, in seiner Liebe, Macht.

Erfordert es denn wenigstens vernünft’ger Menschen See- len-Pflicht, Zu seines Nahmens Preis’ und Ruhme, Lob, Herrlichkeit und Ehre, nicht,

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