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1680–1747

Sommer-Betrachtung.

Barthold Heinrich Brockes

Alles stehet ietzt im Licht, alles gläntzet, alles glühet, Alles ist voll Wärm’ und Schimmer: Und der Son- Glimmt und flammet überall. Jedem Vorwurff, den man Flösset ihre Segens-Quelle Fruchtbarkeit und Farben ein.

Eine lieblich blaue Gluth füllt das tieffe Firmament, Wann ein Silber-weisses Feuer in bestrahlten Wolcken Eine Purpur-farbne, güldne, eine Rosen-farbne Gluth Brennt in ihnen, ja verdoppelt ihren Glantz in glatter Fluth.

Eine lieblich grüne decket Wiesen, Felder, Berg’ und Auen, Wann wir, in gefärbten Flammen, bunte Gärten funckeln Mögte doch so manches Feur, das wir allenthalben Durch das Aug’ in unsre Brust auch ein Andachts-Feur

Mögte doch der Schöpfer dieses auch nicht minder Wunder- Als ein geistig Feuer-Werck, Jhm zur Ehre, brennen sehn!

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