Wenn wir einst, im Gegenthalt
Gegen alle Himmels-Cörper, unsrer Welt Größ’
Mit dem Seneca besehen;
Werden wir mit ihm, voll Kleinmuth, ruffen und zugleich
Daß die Erde nur ein Punct; daß es folglich thöricht wäre,
Um den millionsten Theil solches Punctes Krieg zu führen,
Sich zu zancken, Ruhm und Ehre
Sich bestreben zu erhalten, sich bemühen zu regieren.
Aber höre, Seneca, dieser dein Gedancke scheinet
Freylich groß und wohl gedacht, wie man auch bißher
Aber dennoch irrest du. Was nicht zu vergleichen ist
Das vergleichst du mit einander. Aller Himmel Himmel
Könnten auf dieselbe Weise,
Eben wie der Kreis der Erden,
Wiederum ein Pünctlein werden,
Wenn man noch viel grössre Welte
In Vergleich mit ihnen stellte.
Lasset nach der Billigkeit uns viel lieber uns bemühn,
Um den grossen Kreis der Welt mit uns in Vergleich zu
So wird unser Welt-Kreis groß, und der Menschen
Als die so schon groß genug.
Du hast hierin freylich recht, wenn du nach dem Cörper
Einen Menschen rechnen wilst; aber denckst du an die Seele,
Welche nicht nur ewig ist, und worin sich Kräfte finden,
Grössre Cörper zu begreiffen, zu bewundern, zu ergründen;
Glaub ich doch, daß Seneca nicht in seiner Meynung fehle:
Denn es dienet sein Gedancke, der Begierden Wuht zu
Und uns kräftig anzuhalten, närr’scher Ehrsucht uns zu