Skip to content
1680–1747

Schönheit des Frühlings.

Barthold Heinrich Brockes

Indem ich hier von einer Höhe, Und zwar zur holden Frühlings-Zeit, Verschiedne Gärten übersehe, Erstaun’ ich ob der Lieblichkeit,

Und ob dem blühenden Gepränge Des Frühlings Kleides der Natur, In so verschiedner Pracht, Glantz, Farben und Figur. Es zeigt die ungezehlte Menge

Der Wipfel, die ich von dem Schnee, Der holden Blühte schimmern seh, Ein angenehm mit grün vermischt Gewebe, Worin das Weisse, bald das Grün,

Das Grün hinwiederum, nicht minder kühn, Das Weisse zu besiegen schien. Nicht zu beschreiben ist, wie süß Die angenehm gemischte Schönheit ließ:

Ach wie so lieblich, glatt und zart und frisch und schön Ist dort das junge Laub auf Linden, Und andern Bäumen, anzusehn! Seht, wie die Wipfel sich so zierlich ründen,

Indem von allererst geschlossnen zarten Zweigen, Die grünen Spitzen, noch so schwach Durch ihre Blätter-Last herab gezogen, Und recht als runde grüne Bogen,

Sich wie gewölbet abwerts beugen, Sich Wolcken-förmig zeigen, Und unvermercket nach und nach Nur allererst sich aufwerts lencken.

Erweget, wie sie sich so angenehm verschrencken,

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.