In der holden Rosen-Zeit
Füllten ungezehlte Arten
Schöner Bluhmen meinen Garten
Mit erwünschter Lieblichkeit.
Aller Bluhmen klare Blätter,
Von der Sonnen Gluth durchstrahlet,
Kamen, bey so heiterm Wetter,
In gefärbter Wunder-Zier,
Mehr beflammet als bemahlet,
Feurig mehr, als bunt, mir für.
Auch das Kraut und Laub so gar,
Da die Blätter zart und klar,
Wann die Sonne durch sie schien,
Zeigt’ ein tausend-färbig grün:
Ja dieß grün schien Wunder-schön
Auch in grünem Feur zu stehn.
In wie schönem Schimmer blühte
Alles, was mein Auge sah!
In gefärbten Flammen glühte
Der von Licht durchstrahlte Mah.
Seine zarte Blätter werden
In der That illuminirt.
Sagt mir, was ist auf der Erden
Herrlicher, als er, geziert?
Seht das funckeln! Seht die Menge!
Seht der Liljen weissen Blitz!
Seht des Rosen-Stocks Gepränge!
Welche Feder, welcher Witz
Wird der süssen Farben brennen
Würdiglich beschreiben können?
Sonderlich wann sanfte Winde
Jhre bunte Pracht gelinde
Lieblich durch einander treiben;
Da der bunten Gluht bewegen
Und das glimmen bunter Kertzen
In den angeflammten Hertzen
Uns ein Anmuths-Feur erregen.
Unausdrücklich ist die Freude,
Die so holde Augen-Weide
Dem in seine Seele drückt,
Der sie, GOTT zum Ruhm, erblickt.