Des grossen Schöpfers Wunder-Macht
Hab ich so manches mahl besungen.
Von Seiner Creaturen Pracht
Hat oft mein Saiten-Spiel geklungen.
Ich habe von der schönen Welt
Verschiednes andern vorgestellt.
Ich hab’ auch dann und wann gespühret,
Daß manchen mein Gesang gerühret,
Und daß, was man von mir gelesen,
Nicht immer ohne Nutz gewesen.
Allein,
Wenn ich nun alles überlege,
Und alles, was ich schrieb, erwege;
Was ist doch wohl, von allem, mein?
Nicht die von mir besungne Pracht,
Nicht das, was ich davon gedacht,
Nicht das, was ich davon geschrieben,
Nicht, was mich dazu angetrieben,
Nicht der Verstand, nicht das Vermögen,
Die Sinnen nicht, nicht das Erwegen,
Nicht Zeit, nicht Umständ’, Ort und Ruh,
Ja kaum der Wille hört mir zu.
Indem wir alle gute Gaben
Vom Schöpfer bloß empfangen haben.
So opfre ich denn meine Lieder
Dem, Der sie mir geschenket, wieder,
Und schreibe denen, die sie lesen,
Da die Natur, in meinem Klang,
Sich selber, und nicht ich, besang,
Daß ich das Werkzeug bloß gewesen.