Da ich in dem beblühmten Grase Jüngst ausgestrecket lag und lase; Empfand ich, nicht nur im Daß solches angenehm und kühl;
Ein lieblich-säurlicher und Brust Annoch mit einer neuen Lust, Die mich, indem ich sie erwog,
Und ernstlich in Betrachtung zog, Mich zu vergnügen trieb. Noch mehr, Es flisterten dabey gelinde, Jm nahen Schilfe, sanfte Winde,
Und dieß vergnügte mein Ein kleines gurgelnd Vögelein Stimmt’ hin und wieder noch mit ein. Um nun bey meinem sanften Liegen
Auch den Pflückt ich, mit fröhlichem Gemühte, Von einem Nessel-Strauch die Blühte, Mit Vorsicht-vollen Fingern, ab,
Die mir denn meine Lust vermehrte, Und mir, was ich von ihr begehrte, Den Saft, so süß als Honig, gab. Vier Sinnen hatt’ ich nun vergnüget,
Der fünfte ward dazu gefüget, Dem hier am wenigsten gebricht. Denn alles, was ich hier erblickte, Schien, als ob sichs ausdrücklich schmückte
Zur Seelen-Anmuht, durchs Welch ein smaragdenes Gepränge, Welch’ ungezählter Bluhmen Menge, Welch ein unzählbar Kräuter-Heer,
Worinn bald Licht, bald Schatten spielen, Wodurch der Sonnen Strahlen fielen, Vergnügten mich je mehr und mehr! Welch’ eine Farb- und Formen-Schaar
Ward ich an diesem Ort gewahr! So daß, wenn ich es überlege, Und das empfindliche Vergnügen, Wenn wir im frischen Grase liegen,
So, wie wir schuldig sind, erwege; Ich finde, daß sich unsre Seele Mit der beblühmten Erden Pracht, Durch einen jeden Sinn, vermähle.
Ich preise denn des Schöpfers Macht, Und dank’ Jhm, daß ich diese Gabe, Gedanken, und fünf Sinnen, habe.
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