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1680–1747

Roß-Käfer.

Barthold Heinrich Brockes

Indem ich jüngst im grünen Klee Der Wiesen Schmuck mit tausend Lust beseh, Werd’ ich von ungefehr gewahr, Wie eine blaue Käfer-Schaar

In halb-gedorrtem Pferde-Mist Sich aufhält und beschäftigt ist, (ohn an der Erden Pracht und Schätzen, Mit welchem sie umringt, sich zu ergetzen

Und einiges Vergnügen draus zu fühlen) In ihrem Wuft vergnügt, beständig fort zu wühlen. Ich sahe dieß zuerst nicht sonder Eckel an, Biß ich mich überwand

Und eine kurtze Zeit bey ihnen stille stand; Da ich auf ihr Betrieb, mit ernstem Dencken, sann. Es scheint, ich solte mich fast der Vergleichung schämen, Fiel mir zu Anfang bey,

Von dieser Bruht ein Beyspiel herzunehmen, Als ob in ihr und uns was gleiches sey; Allein, Fiel mir, beym fernern Dencken ein:

Es ist ja dennoch wahr. Warum soll ichs nicht sagen? Vielleicht vermag des Beyspiels Scheuslichkeit Zur Lehr’ und Besserung, was beyzutragen. Wenn ich den geitzigen Chrysander,

Sammt seines Gleichen, bey einander Mit nichts, als irdschem Koth, beschäftigt seh, An welchem sie mit Leib und Seele hangen, Nichts anders suchen, nichts verlangen,

Den edlen Geist mit allen seinen Kräften, Auf nichts, als Gold und Reichthum, heften,

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