Wenn ich der Felder Schmuck, wenn ich der Gärten
Pracht,
Zusammt der Wälder Zier, im Sommer sehe;
Gedenck ich an die Winter-Nacht
Und wie der Mittags-Schein des Jahrs so schnell vergehe;
Doch zu dem Endzweck nicht,
Durch ein zukünftig Leid
Die gegenwärt’ge Lust zu stöhren,
Wol aber, durch die Flüchtigkeit,
Noch meine Freude zu vermehren.
Denn, denck ich: dauret es nur kurtze Zeit;
Warum laß ich die kurtze Zeit verschwinden?
Warum bestreb’ ich mich nicht, so viel mehr,
So lang als ich es hab’, es öfter zu empfinden,
Und, durch ein dergestalt oft wiederholt Ergetzen,
In längeren Besitz des guten mich zu setzen?
Erwegt man oft die Gegenwart des Guten;
So lässt sich dadurch gleichsam binden
Die rege Schnelligkeit der flüchtigen Minuten.
Gedancken sind es blos allein,
Wodurch die Güter dieser Erden
Uns zugeeignet werden.
Ach, laßt uns denn beschäftigt seyn,
Durch ein in unsre Macht gesetztes Dencken
Uns oft viel Guts uns selbst zu schencken!