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1680–1747

No. 5.

Barthold Heinrich Brockes

Zwischen schroff-und jähen Felsen, hör ich das Gewässer rau- schen, Seh ich einen muntern Hirsch, hier aufmerksam stehn und Voller innerlichen Gluht, voller brünstigen Begier, Ob er nirgend Wild verspür.

Kaum getraut er seinen Lauft fest zu setzen, um im hören, Sich, durch ungefähres Rascheln, unvorsichtig nicht zu stören. Sehet, wie so scharf er sieht! hört, wie stark und laut er schreyt! Der so schön - als wilden Gegend deutliche Natürlichkeit,

Wo auch das, was schrecket, schön ist, was verwildert, angenehm, Und die wir, in unserm Zimmer, jetzt durch Ridinger bequem, Sonder steigen, sehen können, bringt uns billig auf die Spur Des hier vorgestellten Urbilds, auf die wirkliche Natur.

Da wir fürs Original, die Geschöpfe, leider blind, Durch Gewohnheit, worden sind: Sucht er vom Gewohnheits - Schlaf, uns, durch Zeichnen, zu Und, durch die Copie, im Urbild, selbst den Schöpfer zu

Also seh ich seine Kunst, ja ihn, als ein Werkzeug an, Wodurch man sich, im Geschöpf, selbst zum Schöpfer nahen

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