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1680–1747

No. 3.

Barthold Heinrich Brockes

Welch Rascheln unterbricht der Stille so lang hier ungestör- ten Sitz? Es rauschen Büsch, es krachen Sträucher. Was fliegt daher, als Es war ein angeschweister Hirsch: Er ist vorbey und fort Wie! wird er in der Flucht zu Stein?

Er fleucht, und bleibt auf einer Stelle. Dieß ist nun keine Doch ist es eine schwarze Kunst. Damit hier lange sichtbar sey, Was sonst die Schnelligkeit uns raubet: Kann man, an diesem Entsetzen, Unmuth, Grimm und Gram, Furcht, Wüten,

Nicht in den Augen nur allein, in allen seinen Gliedern, schauen. Die Muskeln raffen sich zusammen; die strammen Nerven Hier seh ich nun zwar eine Probe, wie weit des Menschen Auch in den allerdicksten Wäldern, die Herrschaft über Thie-

Doch seh ichs ohne Mitleid kaum. Wesfalls ich eilig meine Um mich zu trösten, in den Wald, in die bebüschte Ferne schicke. Ich senke mich, mit stiller Lust, in das verwachsene Gefilde; Und wenn ich, in dem schönen Wald, mich satt und doch nicht

Weil man stets neue Schönheit spüret: So ruf ich: Jeder Daß hier die bildende Natur, durch Ridinger, sich selbsten bilde.

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