Wenn ich der Menschen Thun betrachte,
Auf ihren Zweck, den Trieb und ihre Wirckung
So kommt ihr gantzes Leben mir
Nicht anders, als das Thun mondsüchtger Wandrer
Dieselben thun verschiedne Sachen,
Der festen Meinung, daß sie wachen:
Sie steigen, klettern, gehen, stehn,
Sie glauben, daß sie hören, sehn;
Da sie doch wircklich taub und blind
Für alles, und nur blos für eins empfindlich sind.
So geht es leider auf der Welt:
Der eine Theil von uns strebt nach der Ehre Wind;
Der andre läufft und rennt: was sucht er? nichts als
Der dritte, mit entflammter Brust,
Sucht bloß bey Wein und Weibern Lust.
Ein ieder ist so sehr auf seinen Zweck erpicht,
Daß er nichts anders sieht noch höret,
Empfindet, achtet, noch begehret.
Einfolglich ist, was ist, für ihn, als wär’ es nicht.
Wir sehen das, was unser GOTT geschaffen,
Nicht anders an, als wenn wir schlaffen,
Denn minder, als verschiedne wachend sehn
Des Schöpfers Werck, kann es im Schlaffe kaum