Seit ich die Pamela gelesen,
Kömmt, nebst dem Bau der Erden, mir
Die ganze Menschheit schöner für,
Als mir dieselbe sonst gewesen.
An Voll- und Unvollkommenheiten
Hat jedes Ding bey uns zwo Seiten.
Vorhero sah ich jedermann
Von seiner schlimmen Seiten an:
Jetzt wird mein Blick, von ihr belehrt,
Meist auf die gute hingekehrt.
Sie zeigt mir zur Vollkommenheit
Nicht nur die Möglichkeit allein;
Zugleich auch eine Leichtigkeit
Beglückt und tugendhaft zu seyn;
Auch in uns eine Fähigkeit
Jm Guten weiter fortzugehen,
Wenn wir nur gut’ Exempel sehen.
Man merke doch des Beyspiels Kraft,
Das von der Pamela zu nehmen:
Das Laster selber lernt sich schämen;
Ein ganzes Land wird tugendhaft.