Wie viel ein schön Gesicht vermag; und was in wol- formirten Zügen, Nicht für geheime Kräfte stecken, wie sie, den Seelen selbst Und Gunst und Neigung zu erwecken, Geschickt und fähig sind; ist klar:
Nun aber ist auch dieses wahr, Daß unsre Seelen zu besiegen, In der beliebten Freundlichkeit Die süss- und stärcksten Kräfte liegen.
Derselben Sitz nun sind die Augen, Auch unser Mund; drey rege Glieder, von denen wir ihr Und ihr uns nimmer wiederspenstig, nie ungehorsames, Zu leiten, zu regieren, taugen.
Es sind ja, wie bekannt, die Augen in unsrer Stirne Wodurch die Seelen sich einander am allermeisten sichtbar Wodurch, wie unsre gegen sie gesinnt, sie glauben zu Und folglich, durch dergleichen Minen erregt- und aufge-
Uns eingepflantzter Eigen-Liebe, Dergleichen Leidenschaft in ihr so dann erregen und er- Als wie sie in der andern Seele, durchs Auge, meinen Dahero folgt nun überzeuglich, wie sehr sie wehrt sind
Daß man mit mehrer’ Achtsamkeit, zu unserm Nutzen, sie Und sie, mit mehrer Müh und Sorgfalt, zu diesem End- Wir selbst seynd Herrn von unsern Minen. Wann nun daran so viel gelegen, da wir ja gerne
Daß andre Seelen unsrer Seele geneigt seyn, und sie lie- Daß sie durchs Aug’ in unsrer Seel’ ein’ Achtung gegen Um sie dadurch zur Gegen-Gunst für uns hinwieder zu So müssen wir, durch Freundlichkeit in unsern Augen,
Von unsrer Achtung gegen sie ein Merckmahl ihnen abzu- Zu diesen Zweck nun zu gelangen, ist leichter als mans Wenn man nur so viel Acht auf sich, zum eignem Nutzen, Daß wir die Züge des Gesichts, wovon wir Meister seyn,
Und Augen-Lieder, Augen-Branen und Lippen so in Ord- Daß wir, an statt ein grämlich, bitter und schwartz Ge- Sie zu der holden Freundlichkeit bemühet wären oft zu
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