In dieser den Winter vertreibenden Lentzen-Zeit Belebet sich alles im Reiche der Sonnen; Erfüllet sich alles mit Anmuth und Lieblichkeit: Der fröliche Weinstock hat Augen gewonnen.
Es circkelt in Bäumen ein nährender Lebens-Saft. Die Knospen erheben sich, schwellen und bersten. Es deckt sich der Acker, voll gährender Wunder-Kraft, Mit grünenden Spitzen von Haber und Gersten.
In Wäldern erfolget durch wachsender Blätter Pracht, Von denen jetzt gleichsam umnebelten Wipfeln, Auf grünlicher Dämmerung, die liebliche Schatten-Nacht Es spriessen aus scharffen erhabenen Gipfeln
Bewachsener Berge, die Kräuter jetzt überall. Und füllen mit duftigem Balsam die Lüfte. Es schwebet der schertzende, schwätzige Wiederhall Um ihre bemoste verwachsene Klüfte.
Das dunckle Gebüsche, den schattigten Wald erfüllt Der schlagenden Nachtigall schmetterndes Schallen. Es springet im blumigten Grase das junge Wild, Und fühlet in Adern ein kitzelndes Wallen.
Jetzt murmelt und rauschet und rieselt die rege Fluht. Auf wallender Wellen beweglichen Spitzen Entwirft und formiret der strahlenden Sonnen Glut Viel funckelnde Bilder in schimmerden Blitzen;
Man sieht, mit Ergetzen, die Blitze verwunderlich In tausend beweglichen Spiegeln sich brechen. Die Fluth, wie ein lebender Silber-Fluß, schlängelt sich Durch grünender Felder smaragdene Flächen.
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