Da ich mit Bedachtsamkeit, billig bey mir überlege, Wie die Lufft anietzt so sanft, lieblich, angenehm und Und, indem ich es bedenck’, auch zugleich dabey erwege Jhr so scharff- und rauhes schneiden, welches ich im Winter
Zeigt der Unterschied mit Recht, welch ein Glück ich ietzt Da kein gar zu strenger Frost, keine gar zu matte Hitze Mir die Lung’ und Brust beschweren, Roch mit einem scharffen Druck peinlich Haut und Fleisch
Sondern da in solchem Grad ietzt die Lufft so süß gemischt, Daß ein iedes Athem-holen Nase, Zunge, Lung’ und Blut, Durch ihr ausgedehntes Wesen, nehrt, erquicket und er- Ja, indem sie Haut und Fleisch mit so sanftem Wallen
Und durch spielendes Gesäusel überall uns rührt und schmei- Innerlich und äusserlich unserm Cörper sanfte thut. Wenn man das durch laue Wärme, und durchs nahe In der ausgedehnten Lufft blos gewirckte Gleich-Gewicht,
Das uns überall durchdringt, das uns überall berühret, Und worin wir gleichsam schwimmen, inn- und äusserlich Sollte man ja dieses billig überlegen, es erkennen, Und, bey unsrer Cörper Lust, auch der Seel’ ein Labsal
Daß sie ein entferntes Ubel, und die gegenwärtge Lust, Durch vernünftigs Uberlegen, als ein doppelt Glück be- Und die Wunder unsers Schöpfers denck- und danckens- Sollte sie, wenn sanfte Lüffte so geschäfftig üm sie fliegen,
Jhr daraus entspriessendes zugeeignetes Vergnügen, Dem, der alles ihr geschencket, nicht in einem frohen dencken, Und in Danck-erfüllter Brust ihm zum Lob’ und Dienst zu Bey gedämpften Leidenschaften, sich nach Möglichkeit be-
Billig solten wir mit Freuden, fast bey iedem Athem-ziehn, Den, der solche Lust uns gönnet, zu erheben uns bemühn.
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