Ein vergnüglich holder Schauer, den man meist in
Grotten kennet,
Dessen kühlen Druck man fühlen, aber nicht beschreiben
kann,
Tritt, beym Eintritt in die Laube, die man
Und an dunkler Einsamkeit sich den Grotten gleicht, uns
an.
Der verwachs’nen Zweige Menge zeugt hier eine grüne
Nacht,
Welche der geschloßne Bogen dunkler und doch schöner
macht.
Wenn wir hier mit, durch die Schatten recht gestärkten,
Augen sitzen,
Und durch die verschränkte Dicke der belaubten Bäume
seh'n,
Wie zuweilen kleine Strahlen an bemooßte Stämme blitzen,
Alle dunkle Schatten trennen, und, durch sie, noch einst
so schön,
Durch den Gegensatz erhaben, recht wie kleine Lichter
steh'n;
Wird es in der Seelen helle. Dieser schönen Lichter
Schein
Senkt sich in das Innerste der gerührten Brust hinein,
Und erleuchtet so den Geist, daß er sich zum Schöpfer
lenket,
In nur Jhm ergebner Ehrfurcht: Daß nur Er uns alles
schenket,
Daß Er aller Schönheit Quelle, voller Dank-Begierde,
denket,
Welches denn aus seinem Herzen manchen frohen Seufzer
preßt,
So, daß er, voll innrer Freude, manch GOtt Lob! erschal-
len läßt.