Skip to content
1680–1747

Klage .

Barthold Heinrich Brockes

In einem schönen Blumen-Garten, worin auf einem Blumen- Beet, In tausendfach gefärbtem Glanz, theils niedrig, und zum Theil Ein wunderschönes Blumen-Heer, in seiner schönsten Zierde, Ging

Unachtsam hin und her spatzieren. So wenig der gefärbte Schmelz, als des Geruchs gewürz- Vermochten den geschäfftgen Hund, noch minder Chrysidor zu Sie wußten nichts von ihrer Zierde, nichts von der Balsams-

Ich saß in einer Sommerlaube, sah heimlich beyder Hand- Betrübte mich, daß aller Schmuck ein Menschen-Herz nicht Und dachte mit fast bitterm Gram; wie kann doch dieses Zuletzt gab die Betrübniß mir darüber die Gedanken ein:

Ein Mensch, der seine Pflichten kennt, muß billig über das Der Menschen, mit den bloß für sie so schön erschaffnen Blu- Wie viele Menschen gehn, wie Hunde, auch mit den schönsten Blumen um!

Wie oder soll ich lieber sagen, mit einem Mitleid-vollem Grimm: Es geht ein Hund, es geht ein Thier, Mit dem so schönen Schmuck der Erden, den Blu- men, eben um, als wir?

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Klage . · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove