Es sehnt sich unser Geist vergnügt und froh zu seyn:
Hiemit beschäftigt sich sein reger Wunsch allein.
Weil er nun keine Lust an GOttes Wercken findet,
Indem er selbige nicht achtet,
Und, durch Exempel blos verführt, sie nicht betrachtet;
Was Wunder daß er sich mit eitler Lust verbindet,
Und in der Leidenschaft ein’ Art von Lust empfindet,
Die voller Schmertzen steckt, in welcher nimmer Ruh.
Kömmt, nebst Exempeln nun, Gewohnheit auch dazu;
So hindert die verbotne Frucht,
Die Ehren-Geld- und Wollust-Sucht,
Durch immer in sich selbst sich mehrende Jdeen,
Daß wir nicht sehen, was wir sehen;
Daß wir, zu unsers Schöpfers Ehren,
Nicht riechen, fühlen, schmecken, hören;
Daß alles, was der Schöpfer wirckt und schafft,
Uns nicht des Ansehns wehrt, uns unschmackhaft
Und recht verächtlich scheint; das doch, wenn mans erweget,
Der Anmuth wahren Kern in schönen Schalen heget.