In einer stillen Nacht, als, leer von Dunst und Duft,
Die duncklen zwar doch klaren Schatten
Den obern Theil der Welt und untern Theil der Lust
Erfüllet und verhüllet hatten,
Befand ich mich, an sanfter Anmuth reich,
An einem grossen Garten-Teich.
Desselben Fluth,
Die, durch der Winde Ruh, in sanfter Stille ruht,
War einem glatten Spiegel gleich.
Man kunte sie zwar selbst, für Dunckelheit, nicht sehn;
Allein,
Man sahe wunderschön
Das blaue Firmament voll Sterne, sonder Zahl,
Jm Wiederschein,
Und zwar so hell, so rein, so klar,
Daß zwischen der Copie und dem Original
Fast gar kein Unterscheid, an Glantz und Schimmer, war.
Es kam mir vor (da wir sonst insgemein
So wol mit Blick, als Geist, nicht weiter gehn
Und nur den halben Theil des hohen Himmels sehn,
Indem wir von der dichten Erden,
Den Himmel überall zu sehn, behindert werden)
Als wenn ich hier des Himmels gantze Ründe
Mir deutlich vorgestellet fünde.
Mich deucht, ich seh’ in ungemessner Ferne,
So über mir, als unter mir,
In funckelnder und Flammen-reicher Zier,
Ein’ ungezehlte Anzahl Sterne.
Jrrt nun mein Auge gleich; so irren die Gedancken
Jedoch deswegen nicht.