Da im entwölkten Sonnenschein
Heut’ alles, was mein Auge siehet,
Noch einst so schön, noch einst so rein,
Gefärbt, und gleichsam glänzt und glühet;
Erweg’ ich die so schöne Welt,
Als mir vom Schöpfer vorgestellt,
Und laß das, was an ihr so schön,
Mir, durch das Aug’, ans Herze geh’n,
Und recht in meine Seele dringen;
Da denn die aufgebrachten Triebe,
Des Schöpfers Weisheit, Macht und Liebe,
Voll Lust und Andacht zu besingen,
Mit lieblicher Gewalt mich zwingen.
Der Herbst will uns mit seinen Schätzen,
Nachdem mit seiner Fruchtbarkeit
Der schwühle Sommer uns erfreut,
Auf eine neue Weis’ ergetzen.
Es ändert die Natur zwar itzo die Gestalt,
Da Berge, Thäler, Feld und Wald
In einer andern Farb’ erscheinen;
Allein, man darf darum nicht meynen,
Daß selbe darum minder schön,
Wenn wir sie nur bedachtsam seh’n.
Das itzo fast nicht abzuseh’nde, und gleichsam Grenzen-
lose Feld,
Nachdem es überall gepflügt, besät, geeget und bestellt,
Zeigt itzt, in seiner ebnen, sanften und dunkel-braunen flachen
Blösse,
Den Blicken, die darüber gleiten, nur fein’ und klein’ geegte
Klösse.
Es ist itzt einem weiten, leeren und aufgeräumten Schauplatz
gleich,
Worauf der Landmann albereit, an einer neuen Hoffnung
reich,
In einer Segen-reichen Saat, die es mit güldnen Aehren
schmücket,
Die noch unsichtbare Verändrung im Geiste schon vorher
erblicket.