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1680–1747

Herbst.

Barthold Heinrich Brockes

Man sah, auf den sonst grünen Büschen, Ein lieblich Roth und gelblich Grün, Das oft so bunt, als Blumen, schien, In sanfter Harmonie sich mischen,

So, daß im Rothen, Gelb- und Grünen, Zumal, im hellen Sonnen-Glanz, Verschiedne bunte Bäume ganz Als bunter Amaranthus schienen;

Auf dessen Blättern, wunderschön, Wir Roth und Grün und Gelb, in hellem Schimmer, sehn. Ja selber die verschrumpften Blätter, Indem sie das, was hell und schön,

Durch ihren Gegensatz erhöhn, Sind schön, zumal bey heiterm Wetter. Man sieht die röthlich-braunen Stellen Der Aeste, die entblättert seyn,

Der Blätter bunten Schein, Durch ihre Nachbarschaft, im Gegensatz erhellen; Daher ein bunt Gemisch, das sich durch sich erhöht, Jm Herbst, zu unsrer Lust, fast überall entsteht.

Der Bäume Form ist selbst, zu dieser Zeit, Noch schöner, als vorhin, bey minderm Laub; sie stehn In malerischer Zierlichkeit, Da sie durchsichtiger und luckrer, als vorhin.

Doch muß man ihr, in Form und Farben, schönes Prangen, Mit aufmerksamem Blick und Sinn, Noch heute sehn; weil sie leicht Morgen schon vergangen.

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