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1680–1747

Harmonie des Geruchs.

Barthold Heinrich Brockes

Wer zu unsers Schöpfers Ehren, Mit befriedigtem Gemüthe, Sein Vergnügen will vermehren, Riech’ im bunten Blumen-Reich,

Mit Bedachtsamkeit, zugleich Rosen und Orangen-Blühte. Dem Geruch recht lieb zu kosen Sind ja wol die holden Rosen

Wunderwürdig zugericht. Recht mit Balsam eingemischet Ist was aus der Rose bricht, Und so Hirn als Hertz erfrischet.

Wird von Blumen für die Nasen Etwas lieblichs ausgeblasen, Ist es ebenfals die Blüht, Welche man im grünem Glantze,

Recht als im smaragdnen Krantze, Und bey güldnen Aepfeln sieht; Die ein Auszug in der Kürtze Aller lieblichen Gewürtze.

Aber mischen beider Flammen, Die nicht sichtbar, sich zusammen; Spürt man eine holde Glut, Die der Seelen sanfte thut,

Die, wenn wir sie wol bemercken, Nicht allein den Geist zu stärcken, Zu vergnügen, zu erqvicken, Ja fast gleichsam zu entzücken,

Von recht sonderlicher Kraft;

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