Nachdem, mit Dunckelheit, die falben Schatten Den Kreis der Welt bereits bedecket hatten; Befand ich neulich mich auf einer Höhe. Indem ich nun allein bald hie bald dahin gehe,
Seh ich von selbiger, in einer grossen Weite, Und eben ja so grossen Breite, Nicht ohn empfindliches Vergnügen, Den fernen Horizont im halben Circkel liegen.
Der Himmel schien dadurch, als hätt’ er runde Grenzen. Indem ich nun, üm der Gestirne Glänzen Bewundernd anzusehn, den Scheitel gantz zurücke Die Augen aufwärts kehrt’, und meine Blicke
In solchem Stand ein wenig abwärts senckte, Sie üm der Ründ an den Gesichts-Kreis lenckte, Und, wie der Kreis es gab, zuletzt sie aufwärts zog; So kam dadurch der ganze Himmel mir
Als ein unmeßbar Es senckte sich mein Aug’ in diese Tieff’ hinein, So weit ich sehen kunt; allein Die Seele senckte sich weit tieffer; und das Heer
Der in dem hohlen Raum verhandnen Sternen Erfüllte meinen Geist noch mehr. Denn da in dieser Tieff’, ohn Ende, keine Schrancken, Auch ewig sinckenden Gedancken,
Zu finden, möglich sind, Und aller Zahlen Heer der Sternen Meng’ und Zahlen Nicht vorzustellen, abzumahlen, Und auszudrucken taugt; so stutzt ich dergestalt,
Daß, bey dem grossen O! welche Tieffe! O! welche Tieffe! welche Höh! Worinn, wohin ich mich auch wende,
Ich doch kein Ende, Wol aber viele Billionen Von Billionen Sternen seh! Indem ich also voll Verwundrung steh’,
Und die Unendlichkeit von dieses Raumes Höhe, Und die Unendlichkeit der Zahl im Sternen-Heer Erstaunt und halb entzücket sehe; Kehr ich die ausgespannten Blicke
Von ungefehr Auf mich zurücke Und fand, bey diesem Raum’ und aller Sternen Schein, Mich wunderbarlich groß und klein.
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