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1680–1747

Gottes Rede.

Barthold Heinrich Brockes

Mein Schöpfer, laß, in Deinen Werken, Mich Deine Lieb’ und Macht bemerken! Sey Du darinn mein Zweck allein! Laß meinen Willen Deinen Willen

Auf eine Weise zu erfüllen, Die Dir gefällt, beschäftigt seyn! Gieb, wenn ich höre, schmeck’ und sehe, Daß es, nur Dir zum Ruhm, geschehe!

Du zeigst in Deiner Werke Pracht Weit mehr, als väterliche Triebe; Du zeigest Weisheit, zeigest Liebe, Und einer wahren Gottheit Macht.

Du liessest Himmel, Meer und Erden Durch Dein allmächtig Ist denn nicht hier auch Dieß spricht von Seinem ew’gen Lieben,

Es ward in unser Herz geschrieben, Es spricht dasselbe fort und fort. Er hat auch Heiden, Jhn zu fassen, Sich ja nicht unbezeugt gelassen.

Wodurch? bloß in der Creatur. Die Bibel selbst spricht: In den Werken Kann man der Gottheit Wesen merken, Man sieht darinn von GOtt die Spur.

Wie, will man denn dieß Wort nicht achten? Will man den Inhalt nicht betrachten, Der die selbständ’ge Gottheit ist? Will man von Seinem Wunder-Wesen

Die selbstgeschriebne Schrift nicht lesen? Wie, daß man sich so sehr vergißt! Auf das, was GOtt so schön gezieret, Wird man selbst durch die Schrift geführet.

Die Offenbahrung selber spricht, Jm Werk, von einer Offenbahrung, Und leitet uns auf die Erfahrung. Warum gehorcht man beyden nicht?

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