Auf einer Kugel, die von Glas, und auf gewisse Art vergüldet, Sah ich die Vorwürff überall, Bewundrungs-würdig- Mit unverwendten Blicken, an. Unglaublich ist, wie Wie nett und zierlich alle Cörper verkleinert und formiret
Indem ich es erstaunt betrachte, fällt mir nicht sonder Daß diese glatt’ und runde Kugel ein Bild von einem Au- Der Unterscheid steckt blos darin, daß von den Cörperli- Die Bilder auf der Kugel nur formirt, und gleichsam
Da sie hingegen in das Auge, ja gäntzlich durch dasselbe Und auch die untre Ründe rühren, ja durch ein Nervgen Wodurch im menschlichen Gehirne, so dann Betrachtun- Wenn nur das Nervgen nicht verstopft. Weil sonst nicht
Der Menschen Augen was sie sehn, zu sehn und zu be- Wenn nun beym Sehen, ohne Dencken, die Menschen kei- So fiel, so dir als mir zur Lehre, mir folgende Vermah- Laß doch, bey aller Pracht der Wunder hier auf
Dein Auge, lieber Mensch, kein Ochsen-Auge werden! Ach nein! Laß es, zu GOttes Ruhm, ein Menschen Auge seyn! Eröfne die an ihm befindlichen Canäle,
Und laß die Pracht von den erschaffnen Dingen, Durch sie, sich ins Gehirn, den Sitz der Seele, Ja in die Seele selber dringen. Laß durch Gewohnheit dir die Thüren nicht verriegeln,
Wodurch die Welt mit dir, du mit der Welt, vereint, Durch die der GOTTHEIT Glantz, als wie von hellen Aus seinen Wercken wiederscheint! Wir sehen ja das eigentliche Licht,
Ohn einen Gegenschlag von festen Cörpern, nicht. So kann man auch der GOttheit Lieb und Macht Ohn seiner Creaturen Pracht Unmöglich sehn, erkennen und verehren.
Die Creaturen sinds allein, Die uns von seiner GOttheit Schein Die herrliche Beschaffenheit erklären. Drey Dinge braucht ein Thier zum Sehen: das
Der Wer aber als ein Mensch will sehen, muß das Annoch zu diesen dreyen lencken, Und diese Seelen-Kraft noch zu den andern fügen;
Sonst hat der Mensch von allem, was auf Erden, Kein’ eigentliche Lust, kein menschliches Vergnügen, Und GOtt kann nicht gedanckt noch angebehtet werden.
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