Indem ich jüngst, im Frost annoch,
Vor dick gefrornen Fenstern stand,
Und meiner Bluhmen Balsam roch,
Den ich recht ungemein erquickend lieblich fand,
Und ich zu gleicher Zeit, bey diesem süssen Dufft,
Des warmen Zimmers laue Lufft,
Die sanft mir üm die Glieder spielte,
Mit nicht geringer Anmuth, fühlte;
Doch auch zugleich, wie draussen alles weiß,
Und sich die Welt mit Reiff, mit Schnee und Eis,
In Silber-gleichem Schimmer schmückte,
Durchs dichte Fenster-Glas erblickte;
Und auch zugleich von Wagen und von Karren
Gefrorne Räder pfeiffen, knarren,
Und vom getretnen Schnee ein lautes knirschen hörte;
Gedacht ich bey mir selbst; wie soll ich dieses fassen?
Kann meine Seele sich denn theilen lassen?
Sie kann zu einer Zeit durch zweyer Sinnen Thüren
Jm Winter, und durch zwey im Frühling, sich verspüren.
Wo sind denn ihrer Kräffte Grentzen?
Sie ist im Winter halb, und halb im Lentzen.