Wenn wir die Vögel singen hören,
So laßt ihr Zwitschern uns doch lehren,
Wie groß, wie würdig zu verehren
So ihr als unser Schöpfer sey!
Sie werden’s uns mit Lust erklähren.
Man achtet’ eh, auf ihr Geschrey
Auf eine wunderliche Weise:
Wir aber finden, GOtt zum Preise,
In ihrem Singen mancherley.
Jhr süß und lieblich Lust-Gethön
Giebt uns gar deutlich zu verstehn,
Daß sie, den Schöpfer zu erhöhn,
Und uns zu gleicher Zeit zu laben,
Der hellen Stimmen Wunder-Gaben,
Wir das Gehör, empfangen haben.
Wer beide Werckzeug’ recht erweget,
Der findet eine helle Spur
Von Wundern, welche der Natur
Von einem Wesen eingepräget,
Das, wie an Lieb und Macht, zugleich
An Weisheit überschwenglich reich.
Das allen Dingen Seyn und Leben,
Wie uns das unsrige, gegeben,
Das, ob es alles gleich erfüllet,
Sich in die Creatur verhüllet;
Ein herrlich Wesen, welches man,
Wenn wir sie recht mit Lust beschauen,
Wie einen Löwen aus den Klauen,
Aus ihrer Schönheit, kennen kann!