Herr! es kann, in tausend Freuden,
Meine Seele durchs Gesicht,
In des Mondes heiterm Licht,
Sich an Deinen Wundern weiden.
Gieb! daß alles, was ich sehe
Auf der Fläche, wo ich stehe,
In des Himmels tiefen Höhe,
Bloß nur Dir zum Ruhm geschehe!
Seh’ ich, wie so hell und rein
Hier der Mond im Wiederschein,
Auf der Spiegel-glatten Fluht,
Scheinet, glänzet, glimmt und ruht,
Wie er sie so hell bestrahlet,
Und sein Bild im Wasser mahlet;
Kann ich, wenn ein Lüftgen wehet,
Und dadurch ein plötzlichs Regen,
Und ein schuppigtes Bewegen,
Auf des Wassers Glätt’, entsteht,
Auf dem glatt- und dunklen Blauen
Noch ein neu Vergnügen schauen,
Da, auf eben dieser Stelle,
Durch des Mondes regen Glanz,
Recht ein grosser Silber-Kranz,
Eine Licht- und Feuer-Quelle,
Schnell sich zu erheben scheint,
Welches cirkelt, wirbelt, glimmt,
So, daß in dem blauen Dunkeln
Man, getäuscht, nicht anders meynt,
Als daß Feur und Gluht hier schwimmt,
Millionen Funken funkeln.
Ich bedachte, wie so schnell
Hier auf dieser Unterwelt
Alles sich so leicht verstellt,
Was erst eben, glatt und hell,
Unbeweglich, rein und klar,
Still, poliert und ruhig war,
Wird im Augenblick verzogen.
Plötzlich zeiget Unruh’ sich,
Plötzlich sieht man rege Wogen,
Wo es erst dem Spiegel glich.
Aber auch da, wo sichs reget,
Und verwirret sich beweget,
In dem Sinken und Erhöh’n,
Siehet man mehr Glanz entsteh’n;
So läßt oft, wenns widrig gehet,
Und ein Unglücks-Sturm oft wehet,
Sich mehr Feur der Andacht seh’n.