Kein Wunder ist es ja, daß uns die Welt
Jm Frühling etwas mehr, als sonst, gefällt.
Nur ist es desto mehr noch zu beklagen,
Daß alle Wunder uns nicht noch weit mehr behagen.
Jm Frühling spührt man
Vergnügen. Man verspührt, da Frost und Eis vorbey,
Aus ihrer fast noch nahen Wiedrigkeit,
Jm Gegenhalt der angenehmen Zeit,
Wie in der Aendrung selbst was angenehmes stecke,
Und sich im Wechsel noch um desto mehr entdecke.
Man spührt fürs andere der
Und bey derselben steht noch ein Vergnügen offen:
Es läßt uns die Natur bey dem Genuß
Und bey der Lieblichkeit so holdem Uberfluß
Noch immer etwas
Da Knosp’ und Blüht’, die auf- und von einander brechen,
Viel zeigen, doch noch mehr versprechen.
Auf laßt uns denn von allem, was so schön,
Doch etwas wenigstens bedachtsam sehn!
Man siehet jetzt auf allen Zweigen
Ein liebliches Gemisch von braun und grün sich zeigen,
Und wird, nicht sonder Lust, an vielen,
Wie braun und grün recht durch einander spielen,
In einem bunten Glantz, gewahr.
Wie gläntzen in entwölcktem Wetter,
In dieser holden Frühlings-Zeit,
Der glatten Knospen Heer, die zarten Blätter!
Der ofnen Knospen Meng’, an denen jedes Blatt
Sich noch nicht recht formirt und ausgebreitet hat,