Lieber Mensch, schau, wie im Lentzen
Alle Dinge herrlich gläntzen!
Von der Crcaturen Pracht
Wird man itzt recht angelacht.
Schau, wie alles sich erfreuet!
Schau, wie alles sich erneuet!
Alle Wercke der Natur
Aendern Farben und Figur.
Schau die Luft, wie rein, wie klar!
Schau, wie jüngst noch welcke Felder,
Schau, wie jüngst noch dürre Wälder,
Höh’n und Tiefen unsrer Erden
Grün, und schnell belaubet werden!
Was noch gestern sumpfig war,
Wiesen, welche gantz verschlemmet,
Ueberspület, überschwemmet,
(da die Wasser itzt verseigen)
Scheinen aus der Fluth zu steigen,
Und in einen grünen Sammt,
Drauf ein Gold von Blumen flammt,
Eingekleidet, sich zu zeigen.
Tieff’ und unwegbare Wege,
Schlüpfrich- schwartz- und weiche Stege
Sind jetzt brauchbar, weiß und hart.
Alles gläntzet, alles glühet,
Alles funckelt, alles blühet,
Durch der Sonnen Gegenwart.