Geliebteste Belisa, sprich,
Da du in unserm schönen Garten
So manche Schönheit siehst, und nicht recht sonderlich
Darüber frölich bist; sprich, worauf wilst du warten?
Auf welche Zeit verschiebst du deine Lust?
Was auf der Welt vergnügliches zu hoffen,
Wie dir so wol, als mir bewust,
Ist ja, GOtt Lob! bey uns schon eingetroffen.
Du kanst und wirst nichts bessers hier verlangen.
Ach, so verzögre doch nicht länger, anzufangen,
Dich an den gegenwärt’gen Schätzen
Auch gegenwärtig zu ergetzen,
Und dem, der es uns giebt, zu Ehren, froh zu seyn!
Denn, nach der Ordnung der Natur,
Bemerckt man überall die Spur,
Daß ungeprüfte Lust und nicht gefühlt Vergnügen,
Mit der beständig-regen Zeit,
So wol als die, so man gefühlet und genossen,
Mit ungehemmter Schnelligkeit
Unwiederbringlich von uns fliegen
Und, eh man sichs versieht, bereits davon geflossen.
Die Augenblick’ und Zeit, worin uns Anmuth fehlt,
Die wir uns selber können geben,
Sind uns nicht minder zugezehlt,
Als die Vergnüglichsten von unserm Leben.