Bewundere mein Hertz, wie mancherley
Die Art, nur bloß von Grase, sey.
Verschiedner andern zu geschweigen;
So rührt ein Gras, so Englisch wird genannt,
(weil Engelland es uns zum ersten zugesandt,)
Mit grossem Recht durchs Auge den Verstand.
Es ist von diesem Gras ein jedes Blat,
Nicht wie das Gras sonst, dünn’ und platt;
Nein, es ist dicker, und so fein,
Daß fast nichts zierlicher kan seyn.
Die schöne Bluhme, die es träget,
Verdienet, daß man sie beschauet und erweget,
Ein’ jegliche besteht aus vielen,
In welchen
Fünf Saamen-Körnerchen erblicket man in ihr,
In einer süssen Farben Zier
Vom schönsten Seladon, die auf ein bleiches grün
Sich aber, wenn sie reiffen, ziehn.
Der Stengel ist, verwunderlich formieret,
Mit zarten Spitzen ausgezieret,
Die fast unzählig sind, woran man eine Haut,
Die, welches fremd und seltsam lässt,
An ihrem Stengel gar nicht fest,
Indem der obre Theil des Stengels in ihr stecket,
Als wie vom Futteral bedecket.
In dieser fremd- und seltsamen Figur
Bewundr’ ich abermahl die spielende Natur,
Und finde, wie sich jedes Ding bemühe,
Daß es durch Aenderung die Augen auf sich ziehe.
Der Zweck, wie leichtlich zu ergründen,
Ist, daß wir auch allhier die Macht des Schöpfers finden,
Damit ein solcher Schatz von schönen Seltenheiten
Uns möchte näher zu Jhn leiten.