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1680–1747

Einige Gedanken über Rosen.

Barthold Heinrich Brockes

Der schönste Monat Julius, der, mit verschwende- rischer Hand, Mit Blumen ungezählter Arten Nicht unsre Gärten nur, auch Wiesen, Feld und Land,

Bedeckt und schmückt, bebrämt, bemahlt und zierte, Trat seine Herrschaft frölich an, belebet’ alles, und re- gierte: Als ich, nach sanftgenossner Ruh, des Morgens früh in

meinen Garten, Von seinem Glanz durchdrungen, trat. Der Sonnen Glanz war zwar versteckt, Bey einer sanften Stille war die Luft von klarem Duft

bedeckt; Es hatte kurz vorher geregnet, der Kräuter Heer dadurch getränket, Gestärket und verschönert, prangt in einem kräftig Dun-

kelgrünen, Worauf noch hin und wieder Tropfen, wie klare Dia- manten, schienen. In Blumen hatte sich zugleich des Himmels fruchtbar

Naß gesenkt, Wodurch die Farben feuriger in ihren bunten Blättern glühten Und diese schöne Kreaturen noch schöner als vorhero

blühten. Die lieblichglühnden rothen Lichter der Rosen rissen son- derlich Auf den Schmaragden ähnlichen Gebüschen Blick und

Geist auf sich.

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