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1680–1747

Einige Gedanken über Rosen.

Barthold Heinrich Brockes

Allein, was war doch alles dieß, im Gegenhalt der bunten Glut, Die mich als wie ein Blitz durchstralte, und mein da- durch erregtes Blut

Vor schneller Freude wallen machte! Von meinen Kin- dern hatten zwey, Und zwar die jüngsten, einen Tisch, mich unvermuthet zu vergnügen,

Mit frischen Rosen ganz bedeckt. Mein Gott, wie viel- wie mancherley Ist dieser Blumen röthlichs Brennen! Hier sieht man Weiß und Noth sich fügen

In solcher lieblichen Vermischung! Wie glänzet, funkelt, glühet, scheint Die sonst vertheilte Pracht des Gartens hier auf so engem Platz vereint!

Was ich in dieser innern Schooß, was ich in jener äußern Ründe Für eine volle dunkle Röthe, für eine rothe Weiße finde, Ist unbeschreiblich, unausdrücklich! Um alles mehr noch

zu erhöhn, Und daß sie durch die Nachbarschaft noch schöner wären anzusehn, So hatten sie den Tisch vorher mit dunklem Weinlaub

überdecket: Durch welcher schönen Fulge denn ihr Glanz sich weiter noch erstrecket. Wobey ich auch noch hie und da

Den gelben Brand der Ringelblume, die bläuliche Cam- panula, Den glüenden Nasturtium, nebst weißen Rosen liegen sah,

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