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1680–1747

Die Zibethkatze.

Barthold Heinrich Brockes

Die Thiere werden zwar bey uns nicht leichtlich le- bendig gefunden, Doch wird was angenehm an ihnen von uns nicht weni- ger empfunden,

Wenn man die Bälge zu uns bringt, nebst ihrem Aus- wurf, dessen Duft Mit solcher süßen Lieblichkeit und holden Dünsten in die Luft,

Die sie umgiebt, beständig quillet, Daß ein empfindliches Vergnügen durch den Geruch das Hirn erfüllet Und uns recht inniglich vergnügt. Wer von uns Men-

schen kann begreifen, Auf welche Weise sich die Theilchen, die den Geruch ver- gnügen, häufen, Entstehen, und so lange dauren? Da Dinge, die bey

ihnen liegen, Von ihnen gleichsam eingebiesamt, so stark uns, wie sie selbst, vergnügen, Ohn etwas ihnen zu benehmen. Dieß Thier ist grau

mit schwarzen Flecken. Am Bauch, in einem kleinen Beutel, soll der Zibeth be- sonders stecken, Der gegen Schmerzen der Kolik sehr heilsam und besonders

gut, Und gegen die Apoplexie nicht minder große Wirkung thut. Daß freylich auch in diesem Thier, wenn man so Nutz als Lust verbindet,

Man einen wundernswürd’gen Vorwurf Gott überzeugt zu danken findet.

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