Wann von verschiednen Wolken-Klumpen verschiedne Wind' hervorgebracht, Und diese sich zu denen fügen, die erst geweht, vermehret sich
Die Wut des aufgebrachten Sturms und der ergrimmten Winde Macht, Sie stossen pfeifend auf einander, und pressen sich gewal- tiglich,
Es drehet sich die Luft im Wirbel. Der unter sich gestürz- te Duft, Der augenblicks erhobne Staub, die schwarze Dunkelheit der Luft,
Der Regen, Strohm-weis’ abgestürzt, Blitz, Hagel und des Donners Knall, Erregen Schrecken, Furcht, Verheerung, und grossen Schaden überall.
Die Segen-reiche Saat der Felder, die Pracht der Gärten sind zerstört, So Bäum’ als Häuser umgestürzt, und ganze Länder umgekehrt.
Allein, wird man solch wildes Wesen, das gleichsam die Natur verheert, Wohl eines weisen Schöpfers Führung, und GOttes Werke nennen können?
Wir müssen dieß kein wildes Wesen, und das unordentlich nicht nennen, Was in der That vorher gewollt, und minder nicht vorher geseh'n,
Als die Gesetze der Bewegung, wodurch die Wirkungen gescheh'n. Sowohl der Donner und die Winde sind Gottes Werk’, als Blüht' und Früchte,
Er schuf sowohl die bittern Mittel, als wie die süssesten Gerichte. Durch Sturm und Wind wird GOtt nicht minder ge- horcht, erhöhet und geehrt,
Als wie durch Zephyrs sanftes Hauchen. Es ist kein einzigs Seiner Werke, Das Seine Ehre nicht verbreitet, worinn man Seinen Ruhm nicht merke.
Sie richten alle treulich aus, was jeglichem zu thun gehört. Wir werden all’ in einer Sprache, die deutlich ist, durch sie belehrt,
Ob selbe gleich verschiedlich klinget. Welt belebet, Zeigt uns den Umstand aller Wesen und alles Lebens in der Welt.
Durchs Licht, das alle Dinge schmücket, verschönert, sichtbar macht und zieret, Wird man zur Urquell’ aller Schönheit, und aller Ding’ empor geführet.
Die Ströhme, Bluhmen, Früchte, Blätter, das Gras, die Kräuter, Wald und Feld, Die reden mit uns unaufhörlich von GOtt, dem Ursprung aller Gaben.
Allein, des Donners Stimme schreckt, die ihrer mißge- brauchet haben, Und wenn der Blitz sie gleich nicht rührt; so sind sie doch in Furcht gebracht,
Ermnert und vermahnet worden. Von allen dem, was Gott gemacht, Und was uns rings umher umgiebt, ist nichts, das uns von Jhm nicht spricht,
Das uns, durch Zeichen einer Güte, nicht reizt, und uns zur Liebe bringet, Wie oder auch durch strenge Proben, und ein zu fürchtend Straf-Gericht,
Uns nicht Sein majestätisch Wesen zu ehren und zu fürch- ten zwinget. Zudem sind Ungewitter nicht nur bloß bestimmt, uns zu belehren,
Sie dienen, den durch lange Ruh verdickten Luft-Kreis aufzuklären, Und aus dem Grunde zu verbessern, sie tödten der Insecten Brut,
Die sonst zwar nützet, aber doch, durch ihre Menge, Scha- den thut. Sie füllen trockene Cysternen da, wo sonst keine Brunnen quellen,
Und taugen, oft in einer Stunde, verseigte Ströhme her- zustellen, Die sonsten kaum, (wenn nicht zuweilen ein Regen-reicher Donner brüllt)
Mit einem schwach- und langen Fluß der Winter in viel Wochen füllt. Ach, laßt uns denn, nebst Seiner Macht, des Schöpfers Huld und Liebe fassen,
Und uns von Seinen weisen Wegen in der Natur beleh- ren lassen! Ach, laßt uns Ordnung, Kunst und Absicht auch in den Cörpern, die so klein,
Und doch so grosse Dinge wirken, bewundern, froh und dankbar seyn!
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