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1680–1747

Die Schönheit eines stillen Meers.

Barthold Heinrich Brockes

Da ist, wie schrecklich erst das Meer, wie fürchterlich die Wasser-Wogen, Wie stark der schweren Wellen Last, und wie entsetzlich sie; so schön,

So lieblich, sanft, ergetzend, prächtig, sogleich, wenn sich der Sturm verzogen; Die ungemeßne Wasser-Welt, das Reich der Fluhten, anzu- sehn.

Jtzt schwebt mein Blick, auf stillem Meer, in einem neuen Meer von Strahlen, Die, durch die Luft, der Fluht Sapphir, mit güldnem Glanz und Schimmer, mahlen.

Mein GOtt! wie ist, auf glattem Wasser, der heitern Son- nen Licht und Schein So herrlich, so belebend prächtig, so voller Glanz, so hell, so rein!

Die ebne Fläche scheint aus einem nicht abzusehenden Sapphir Ein glatt-formirter Himmels-Spiegel. Es scheint, so weit die schärfsten Augen,

Auf dieses blaue Fluhten-Feld, den schnellen Blick zu lenken taugen, Als wenn das Meer sich in dem Himmel, der Himmel sich im Meer verliehr.

So, wie die Luft sich färbt, so färbt sich auch das weite Wasser-Reich.

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