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1680–1747

Die schöne Welt.

Barthold Heinrich Brockes

In einem silberweißen Glanz, und dort ein grüner Schat- ten, ruht, Von hohen Bäumen, holden Büschen und Kräutern, die von nahen Hügeln

Den Schmuck für uns noch zu verdoppeln, im schönen Wiederschein sich spiegeln. Dann seh ich tief’ und breite Flüsse in sanft- und stren- gem Drange fließen,

Bedeckt von Schiffen, voller Fische, und sich zuletzt ins Meer ergießen, Ins grund- und gränzenlose Meer, das eine ganze neue Welt

Bekannt- und unbekannter Wunder, in seiner dunklen Schooß enthält. Zuletzt erblickt mein Auge, Gärten: die von den zierlich- sten Figuren

Und von den lieblich glühnden Farben, erschaffner schö- ner Kreaturen Der Auszug und der Inbegriff, worinn der Schmuck der ganzen Erden,

Gras, Kräuter, Blumen, Blüte, Frücht’, als so viel Wunder, sichtbar werden, Sammt Bäumen, Stauden und Alleen. Woselbst sich die Natur bemüht,

Verbunden mit der Hand der Kunst, durch die sie sich ge- holfen sieht, Das durch die Sinne mit der Welt vereinte menschliche Gemüth

Mit den von ihr so wunderbar auf dieser Welt formirten Schätzen Auf tausend Arten zu vergnügen, durch alle Sinne zu ergetzen.

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