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1680–1747

Die schöne Welt.

Barthold Heinrich Brockes

Indem ich ihrer schönen Bürger geschwinden Flug, und helle Chöre Harmonisch modulirend singen und lieblich gurgeln, sch und höre.

Hierüber mehrt sich mein Vergnügen und die gerührte Seele denkt, Wie liebreich der, der mir nicht nur das Aug’, auch das Gehör geschenkt.

Seh ich darinn zugleich so manche gefärbte Schmetter- linge fliegen, Vermehrt, an den lebendgen Blumen im Luftreich, sich noch mein Vergnügen.

Darauf erblick ich hoher Berge mit Laub und Kraut be- kränzte Gipfel, Dann, theils durch junges Laub gebogner, theils lieblich blühnder Bäume Wipfel,

Dann grüne Schatten niedrer Büsche, vom Schall der Nachtigall belebt, Die um ihr erst verfertigt Nestchen mit klingendem Ver- gnügen schwebt.

Dann sieht mein Blick mit neuer Lust ein grünes wallend Aehrenmeer, Dann auf den bunt beblümten Wiesen, von fetter Milch und Wolle schwer,

Von Kühen, Schafen und von Ziegen, von Lämmern, Ochsen und von Pferden, Die sich, um uns zu nähren, nähren, zufriedne unge- zählte Heerden.

Dann seh ich, von den kühlen Bächen, die klare nimmer stille Flut, Durch Wiesen, die sie tränkt, sich schlängeln, worauf bald hier des Himmels Glut,

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Die schöne Welt. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove