Wenn man in einem weichen Bette, gesund, mit müden
Gliedern, liegt,
Und die Beqvemlichkeit und Anmuth in diesem Zustand
überleget:
Empfindet nicht allein der Cörper ein Etwas, das ihn
sehr vergnügt,
Wenn unsre Seele, nicht zerstreuet, das, was sie rühret,
nur erweget.
Man findet nicht allein mit Lust, wenn sich die Geister-
reichen Sehnen
Aus ihrer sonst gewohnten Lage gemächlich aus einander
dehnen,
Ein süß und zärtliches Gefühl’; man wird, wenn man mit
Achtsamkeit
Jm Dunckeln, bey geschlossnen Augen, so dann sein We-
sen überdencket,
Kaum daß man worauf liegt gewahr.
Es kommt uns vor, zu solcher Zeit,
Als ob wir unterwerts so wenig, als wie wir oberwerts,
umschräncket,
Vielmehr von allen Seiten frey, und, einer Insel ähnlich
wären.
Es scheint man finde mehr, als sonst, so dann im Schosse
der Natur
Sich gantz besonders eingeschlossen, gantz einsam; es ist
keine Spur
In dieser Dunckelheit zu finden, kein End’ in diesem Raum
zu schauen,
Und keinem Geiste sind hier Gräntzen, noch Innhalt dieses
Raums bewust.