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1680–1747

Die neue Welt.

Barthold Heinrich Brockes

Wann die Kräfte meiner Seelen Mit des Frühlings schöner Pracht, Dem zum Ruhm, der sie gemacht, Sich in froher Lust vermählen;

Bringen sie in holder Zier Aus der Creatur, in mir Eine gleichsam neue Welt, Welche geistig ist, herfür.

Diese bleibt in meinen Sinn, Und sie ist mir würcklich eigen; Mein Gedächtniß kann sie zeigen, Wenn auch jene gleich dahin.

In ihr kann man wunderschön, Wenn man will, den Frühling sehn. Die Bewohner dieser Welt Sind betrachtende Jdeen,

Denen sie, je mehr sie sehen, Auch stets desto mehr gefällt; Sind Erkänntniß, Gegen-Liebe, Danck und Andacht volle Triebe;

Eine Sucht, sie auszudrücken; Sind ein inniglich Entzücken Uber alle Wunder-Fülle; Sind ein feuerreicher Wille,

Voller Luft in allen Dingen GoTTES Willen zu vollbringen; Anmuth, und Gelassenheit; Ein gegründetes Vertrauen,

Auch dereinst, nach dieser Zeit, Noch was herrlichers zu schauen.

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Die neue Welt. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove