Wenn ich recht die Tieffe, Höhe,
Die Natur der Mahlerey,
Und wie groß ihr Umkreis sey,
Mit der Seelen Augen sehe;
Stutz’ ich: denn ein helles Licht
Strahlet mir in mein Gesicht.
Selbst von unsrer Seelen-Wesen,
Deucht mich in ihr was zu lesen,
Welches man
Sonst nicht leicht erblicken kann.
Wann, mit etwas schwartzer Kreide,
Was sie schönes in sich hält,
Uns so klar vor Augen stellt,
Und, aus nichts fast, etwas ziehet,
So, daß man, nicht sonder Freude,
In der Pracht der Creatur,
Von dem Schöpfer selbst die Spur
In den klugen Zügen siehet;
Deucht mich, daß die Mahlerey
Fast ein Bild der Schöpfung sey;
Da du aus der schwartzen Erden
Thier’ und Pflantzen lässest werden.
Ach! rieff ich, von Andacht heiß:
Da wir in der Menschen Seelen
Solche Wunder-Kräfft’ entdecken,
Die man nicht vermag zu zehlen;
Wie so gar unendlich weit
Müssen sich, voll Herrlichkeit,
Unsers Schöpfers Kräfft’ erstrecken!