Jhr übereilet euch, ihr wehrten Bäume, nur,
Jhr glaubt, ich schadete zugleich
So mir, als euch.
Ach nein! Ich folge bloß der Ordnung der Natur;
Jhr wollt der Regel widersteh’n,
Die unser Urquell uns gesetzt.
Der Kreis-Lauf, der so weis’ als schön,
Würd’ unterbrochen und verletzt.
Die Lust, euch fröhlich anzuseh’n,
(so doch des Schöpfers Absicht war)
Würd’ allen Sterblichen vergeh’n,
Wenn eurer alten Blätter Schaar
Beständig und unwandelbar
In einem gleichen Grünen bliebe,
Und euch der Winter nicht vertriebe;
Damit, bey einem frohen Lenzen,
Jhr, ganz vergnüget, schöner glänzen,
Erneute Freud’ erregen mögtet,
Und größre Lust im Wechsel brächtet,
Dem, dem, auch mitten im Vergnügen,
Wofern kein Wechsel da, nichts lieblich scheint,
Und der nicht mächtig gnug, den mächt’gen Feind,
Die alles dämpfende Gewohnheit, zu besiegen.
Drum, liebe Blättergen, erbleichet,
Welkt allgemach, vergeht und weichet
Den künft’gen Blättern aus dem Wege,
Damit, durch ihre frische Pracht,
Der Mensch aus der Gewohnheit Nacht
Jm Lenzen recht aufs neu erwacht,
Den, Der die Welt so schön gemacht,
Mit neuer Andacht preisen möge!